Achtsam achtsam sein

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Von Dominik · GlücksStifter

Ich meditiere jetzt schon seit einer Weile regelmäßig. Meist morgens, zehn Minuten, manchmal auch nur fünf.
Und ich merke, wie mir das im Alltag hilft: Ich werde ruhiger, wenn es Stress gibt, ich schaffe es öfter,
einen Schritt zurückzutreten, bevor ich antworte – und selbst in schwierigen Gesprächen bleibe ich bei mir.
Kurzum: Ich möchte diese Minuten nicht mehr hergeben.

Aber bei mir meldet sich natürlich auch der kritische Geist:
Hilft mir da wirklich die Meditation – oder glaube ich das nur?
Ist Achtsamkeit wissenschaftlich belegt oder eher ein schönes Placebo mit gutem Marketing?
Ich bin der Frage nachgegangen – und die Antwort ist erfreulich ehrlich.

Was die Forschung sagt

Schon eine bekannte Harvard-Studie von Matthew Killingsworth und Daniel Gilbert (2010, Science) zeigte:
Unser Geist wandert in fast jedem zweiten Moment (46,9 %) ab – und genau das hängt mit weniger
Wohlbefinden zusammen. Wir sind also häufig gar nicht da, wo wir gerade sind. Klingt bekannt, oder?

Dann das Ermutigende: Eine Übersichtsarbeit von Howarth et al. (2019, Fachzeitschrift Mindfulness)
hat 85 Studien zu kurzen Achtsamkeitsinterventionen untersucht – maximal 30 Minuten pro Einheit, höchstens
100 Minuten pro Woche, über bis zu vier Wochen. Das Ergebnis:
79 von 85 Studien fanden mindestens einen signifikanten positiven Effekt – bei Angst,
Depression, Stress, Emotionsregulation und sogar Kognition. Positive Wirkungen zeigten sich teilweise schon
nach fünf Minuten. Fünf Minuten!

Und noch ein Befund, der mich zum Lächeln bringt: Eine aktuelle Analyse in Nature Human Behaviour
(über 180 randomisierte kontrollierte Studien) fand die stärksten Effekte bei der Kombination von Bewegung
und psychologischen Anteilen – vor allem Spaziergänge plus Meditation oder Coaching.
Achtsam durch die Natur gehen – ganz nach meinem Geschmack.

Was heißt das für dich? Du brauchst kein Kloster und keine 45 Minuten pro Tag.
Schon kleine, regelmäßige Mini-Übungen können messbar wirken – wenn du dranbleibst.

Die ehrliche Kehrseite

Damit ich hier nicht nur Sunshine verkaufe: Achtsamkeit ist kein Wundermittel und nicht für jeden gleich
gut geeignet. Fachleute weisen darauf hin, dass Übungen in Einzelfällen Angst, Herzklopfen oder
Schlaflosigkeit auslösen können – besonders bei Menschen mit Traumaerfahrungen, Panikattacken oder
dissoziativen Zuständen. Wer davon betroffen ist, sollte kurze, geführte Übungen wählen und sich
begleitende Unterstützung holen. Und: Die stärkste Evidenz gilt für die etablierten Programme
MBSR und MBCT als Ganzes, weniger für einzelne isolierte Übungen.
Ehrlichkeit gehört für mich zum Glück dazu – deshalb schreibe ich das lieber dazu.

Meine kleinen Übungsfavoriten – mit Anleitungen

  • Body-Scan
    Die Kernübung aus dem MBSR: Aufmerksamkeit ruhig durch den Körper wandern lassen. Kostenlose
    Audio-Anleitung (ca. 23 Min.) der Techniker Krankenkasse:
    TK – Body-Scan zum Hören und Download
  • 3-Minuten-Atemraum
    Mein Favorit für zwischendurch: eine Minute wahrnehmen, eine Minute beim Atem ruhen, eine Minute weiten.
    Schönes Skript gibt es hier:
    Anleitung 3-Minuten-Atemraum
  • Achtsames Gehen
    Meditation in Bewegung, ideal für unruhige Tage (und die oben genannte Kombi aus Bewegung + Achtsamkeit).
    Audio-Anleitung aus dem MBCT-Arbeitsbuch:
    Arbor Verlag – Achtsames Gehen
  • Achtsames Morgenspiel
    Einfach mal den Tee oder Kaffee in vollen Zügen genießen. Ohne Handy. Klingt banal, wirkt aber wie ein
    kleiner Anker für den ganzen Tag.

Wer es strukturierter mag: MBSR-Kurse sind in Deutschland als Präventionsprogramm anerkannt und werden von
vielen Krankenkassen bezuschusst. Adressen zertifizierter Lehrer:innen findest du beim
MBSR-MBCT Verband.

Mein Fazit

Achtsamkeit ist keine Esoterik – sie ist gut untersucht und wirkt auch in kleinen Dosen.
Gleichzeitig ist sie kein Ersatz für Therapie und kein Allheilmittel. Für mich persönlich gilt:
Zehn Minuten am Morgen sind eine der besten Investitionen meines Tages.

Probier es einfach mal aus. Ich freue mich, was du erlebst!

Glückliche Grüße,

Dein GlücksStifter Dominik

Gemeinsam sinnvolle Ziele erreichen und dabei Spaß haben.


Quellen

  1. Achtsamkeit: 79 von 85 Studien finden positive Effekte bei Kurzinterventionen (ad-hoc-news.de) –
    Link zum Artikel
  2. Killingsworth & Gilbert (2010): A Wandering Mind Is an Unhappy Mind, Science.
  3. Howarth et al. (2019): Übersichtsarbeit zu Kurzinterventionen, Mindfulness.
  4. MBSR-MBCT Verband e. V. – Forschungsübersicht:
    mbsr-verband.de/achtsamkeit/forschung
  5. therapie.de – MBSR/MBCT im Vergleich:
    Kursangebote und Wirksamkeit
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